
Es gibt sie noch, die schönen Dinge.
Vor uns liegt ein handelsübliches Schächtelchen mit dem Aufdruck „Lametta“ und seinem altmodischen Inhalt. Farbe, Länge und Verwendungszweck sind vertraut. Beim Aufhängen zögert man kurz: zu leicht für Blei, zu schwer für Kunststoff – und dieser Glanz. Auch die Enden, leicht abgerundet, zeugen von Liebe zum Detail.
Ein zweiter Blick auf die Schachtel verrät: handgearbeitetes Feinsilberlametta. Ein leises Oh und Ah – und schon hängt es am Baum, als heimliche Kostbarkeit. Im Kerzenlicht entsteht ein f lirrendes Spiel, das sich als Reigen an der Wohnzimmerwand zeigt, begleitet von „Oh, du fröhliche“.
Wenige Tage später ist das Fest vorüber, die Kugeln werden wie immer sorgfältig verstaut. Anders das Lametta: Die bleiernen Fäden aus Omas Zeiten verlangen Vorsicht, die Kunststoffvarianten landen im Abfall. Das Feinsilberlametta hingegen bleibt – beständig und wiederverwendbar, ohne besondere Pflege. Es wird zum stillen Symbol für Glanz, Bewegung und eine leise Vorstellung von Wohlstand.
Unverzichtbar bleibt auch die Verpackung: die Schachtel mit ihrer Aufschrift und dem goldfarbenen Etikett „Handarbeit“. Sie ist Hülle und Versprechen zugleich – für Wert, Authentizität und Begehren.
So wird das Feinsilberlametta zu einem beinahe unauffälligen Sammelobjekt, das sich in immer mehr Haushalten findet – und dessen Glanz die weihnachtliche Stimmung auf besondere Weise trägt.


